Modivation
von Katharina Reményi
Mode als Abnehmmotivation? Das funktioniert höchstens beim Brautkleid", spricht meine unverheiratete Freundin N. aus Leid geplagter Erfahrung. Die Klamotten, die sie vor dem Verzicht auf Schokolade in der Größe für nach dem Verzicht auf Schokolade gekauft hat, hängen immer noch ungetragen in ihrem Schrank. Viele sogar noch mit Preisschild. Das bringt auf eBay und Flohmärkten gut 20 Prozent mehr Gewinn. Und N. ist Powersellerin mit vier Sternchen.
Der Grund für die ungetragene Pracht ist nicht etwa, dass sie nicht auf Süßes verzichten kann - da ist sie (zeitweise) sehr konsequent. Vielmehr hat der Vorsatz, „langsam und gesund" ein paar Kilos zu verlieren, sogar so gut funktioniert, dass Mademoiselle Fashionista die neuen Kleider als „so was von last season" einstufen muss, wenn sie ihr Zielgewicht erreicht hat. Und dann dauert es halt ein paar Jahre, bis N. sie unter dem Motto „Vintage" wieder aus dem Lager holen kann.
Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie sich erstens überhaupt an den Kauf erinnert, zweitens das gute Stück wiederfindet und drittens nicht vorher Folgendes passiert ist: Nämlich, dass sie das Lager zu früh ausgemistet hat, weil viel zu viele Muss-ich-einfach-haben-Stücke in den verschiedensten Größen Einzug gehalten haben.
Immerhin: Ihre Ausmistaktionen sind legendär. Und es ist wirklich immer etwas für jede ihrer Freundinnen dabei - egal, in welchem Diät-Stadium von Detox bis Dukan diejenige sich gerade befindet und gerade wieder einmal einen Motivationsschub in Form von Stoff braucht.









