
All inclusive
von Mag. Sabine Weiss
Und dennoch - die meisten von uns essen weniger als daheim. Die riesige Auswahl und die Menge macht es scheinbar täglich schwerer, sich zu entscheiden und das passende zu finden. Weil man sich nicht entscheiden kann, nehmen wir von überall nur ein bisschen statt uns einmal durchzugehen, alles zu überblicken und anschließend sich für eine ordentliche Portion zu entscheiden. Stattdessen verhungern wir sprichwörtlich vor dem vollen Teller.
Für optionsorientierte Menschen ist so eine große Auswahl schlichtweg erschlagend. Auf der ständigen Jagd nach der besten Option probieren wir so lange herum, bis wir zwar satt aber dennoch nichts „richtiges" gegessen haben.
Und weil das hier zwar Urlaub ist aber ich ja ohnehin ständig irgendwie im Dienst bin, komm ich nicht umhin mich zu fragen: ist das nicht vielleicht auch bei anderen Dingen im Leben so? Im Grunde genommen weiß man, wohin man zB in Wien gehen muss, um eine erhöhte Anzahl von Singles zu treffen. Wieviele Männer und Frauen sehe ich monatlich auf diversen Clubbings, die zwar sehr interessiert schauen (gustieren!) und dann dennoch noch immer hungrig heimgehen. Ist die Jagd auf die beste Option manchmal etwa hinderlich bei der Auswahl?
Würden wir hier im Club dieselbe Auswahl nicht am Buffet sehen sondern auf der Karte, würden wir uns für eine Speise entscheiden - und dann damit leben. Wenn es gut war, kommen wir wieder. Wenn es halbwegs passt, arrangieren wir uns. Und wenn es gar nicht geht - lassen wir den Teller stehen.
Was wäre, wenn wir das Leben nicht nur am Buffet so leicht machen würden?









