Vea Kaiser

Blasmusikpop

Die Niederösterreicherin Vea Kaiser hat ihren ersten Roman veröffentlicht: 480 Seiten stark. Im Mittelpunkt des erfrischenden Debüts Blasmusikpop stehen ein fiktives Alpendorf und ein Außenseiter, der mit den Marotten der Bewohner zu kämpfen hat.

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Buchtipp

  • Blasmusikpop
    Vea Kaiser
    Kiepenheuer & Witsch, € 20,60

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    Frau Kaiser, was ist für Sie Heimat?

    Mit geografisch verortbarer Heimat konnte ich noch nie etwas anfangen. Aber ein Heimatgefühl gibt mir die deutsche Sprache.


    Die auch in Ihrem Buch wichtig ist: Da sind der hochdeutsch sprechende Außenseiter Johannes und auf der Gegenseite die Dorfbewohner von St. Peter mit ihrem Dialekt. Aus welcher Region stammt er?

    Aus keiner, ich habe mir einen Kunstdialekt ausgedacht. Ich wollte den Dialekt nicht verorten, denn das Dorf, wie ich es beschreibe, kann überall sein: Dörfer sind weltweit ähnlich. Mir ging es um das Gefühl, an einem abgeschiedenen Ort zu leben. Ich hätte nie einen Großstadtroman schreiben können, die Einsamkeit und Anonymität des urbanen Lebens interessieren mich nicht. Sehr wohl aber kleine Gemeinschaften, Menschen in wahnsinnig intensiver Interaktion wie in St. Peter.

     

    Sie begegnen Ihren Figuren in all ihrer Engstirnigkeit zwar spottend, aber immer liebevoll ...

    Ich kann an guten Tagen die Welt umarmen und bin ein liebevoller Mensch. Und: Man hat als Autor eine Verantwortung gegenüber den Figuren, muss fair zu ihnen sein, denn sie können sich nicht wehren. Meine Figuren haben zwei Jahre lang Anteil genommen an meinem Leben, teilweise habe ich meinen Freund aus Versehen Johannes genannt, wie die Hauptfigur.

     

    Eigentlich studieren Sie Deutsche und Alte Philologie. Was ist jetzt Ihr Ziel?

    Die Lehramtspläne habe ich vorerst begraben. Ich bin nicht gut im Planen - aber ich muss mich jetzt nicht entscheiden, sondern habe es gut: Mit 23 das erste Buch veröffentlicht, jetzt schreibe ich am zweiten, dann folgen mein Master und ein drittes Buch. Mein Problem ist nur: Mein nächster Roman, der auf einer fiktiven griechischen Insel spielt, soll nicht wieder so lang werden, sondern maximal 300 Seiten haben. Aber ich bin schon jetzt bei 100 Figuren.

     

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