Thema Laufen

Was is, Doc? Thema Laufen

Die Laufsaison rückt immer näher. Doch bevor man einfach drauf losläuft, sollte man einige Fragen klären. Sportmediziner Dr. Alexander Szyszkowitz gibt Tipps zum Thema Laufen.

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    Dr. Alexander Szyszkowitz
    war als Triathlet mehrfacher Teilnehmer am Ironman Hawaii. Er ist Chirurg im Spital der Barmherzigen Brüder in Graz und bietet zudem Sportcoaching und Verletzungsmanagement an.

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    Frage: Man hört ja immer wieder, dass man sich richtig toll fühlen soll, wenn man morgens mit nürchternem Magen läuft. Ich probier das jetzt gerade in der Fastenzeit auch aus  – aber ich fühle mich eher schwach, bin nicht so schnell und eigentlich recht froh, wenn ich wieder daheim bin. Was stimmt da nicht?

     Antwort:  Für Profisportler liegt der Sinn eines „Nüchterntrainings“ oft darin, zum einen das Gewicht zu reduzieren und zweitens den Fettstoffwechsel zu „trainieren“, das heißt den Körper auf eine Energiegewinnung aus der Verbrennung von Fett zu schulen. Was vor allem für Ausdauersportler von Bedeutung ist. Dabei muss allerdings auf eine niedrige Trainingsintenstität geachtet werden, da bei hoher Belastung durch die viel schneller einsetzende Unterzuckerung der Spaß bald vorbei sein wird und so ein Training auch bei niedrigster Intensität zu einem zweifelhaften Vergnügen wird.

    Zudem ist es nicht wirklich ratsam, stundenlang ohne Zufuhr von Kohlenhydraten und auch Eiweiß zu trainieren, da der Körper dann auf eigene Eiweißreserven (aus Muskulatur und den Zellen des Immunsystems) zurückgreift. Solche Aktionen sind auf Dauer nicht zu empfehlen.  Wer also gern morgens nüchtern läuft, sollte auf eine niedrige Intensität achten und nicht viel länger als eine Stunde laufen – oder eben Energie in Form von Kohlenhydraten (Riegel, Banane etc.) nachladen.  Auch das muss man wissen: Für die Fettverbrennung braucht der Körper Substanzen, die erst beim Abbau von Zucker (Glykolyse)  entstehen. Nichts zu essen, bringt daher nicht viel. Es heißt ja: „Fat burns in a carbohydrate flame.“ Also: Wer ordentlich trainieren will, muss auch ordentlich essen ...

    Frage: Ich bin aktiver Marathonläufer. Vor einigen Wochen wurde mittels Ultraschall ein kleiner Leistenbruch festgestellt. Ist eine Operation unbedingt notwendig bzw. wann kann ich danach wieder mit meinem Training beginnen?


    Antwort:  Prinzipiell ist jeder Leistenbruch eine sogenannte relative Operationsidikation. Das heißt, man soll den Bruch sanieren, vor allem, wenn er Beschwerden bereitet, da es theoretisch zu einer Einklemmung des Darms im Bruch kommen kann. Ist das der Fall, muss akut operiert werden. Allerdings ist das Risiko einer Einklemmung eher gering, viele Menschen können ohne Probleme mit einem Leistenbruch leben. Wenn der Leistenbruch mit Beschwerden verbunden ist und beim Sport behindert, sollte man sich aber mit der Möglichkeit einer operativen Sanierung auseinandersetzen. Im Normalfall ist das kein großer Eingriff, mit einer sehr niedrigen Komplikationsrate.

    Es gibt verschiedene Operationsverfahren: „Klassisch“ kann ein Leistenbruch von außen über einen Schnitt in der Leistenregion repariert werden – oder auch etwa über Bauchspiegelung („Knopflochchirurgie“).
    Wird von außen operiert, kann der Bruch entweder nur durch eine Naht verschlossen werden oder es wird zusätzlich ein Kunststoffnetz zur  Verstärkung des Leistenkanals aufgebracht. Ob ein Netz verwendet wird, hängt von vielen Faktoren und nicht zuletzt von der Bereitschaft des Patienten, sich körperfremdes Material implantieren zu lassen, ab.

    Im laparoskopischen Verfahren kann durch ganz kleine Hautschnitte mithilfe einer Kamera der Bruch über die Bauchhöhle versorgt werden. In diesem Fall muss allerdings immer ein Kunststoffnetz eingesetzt werden. In einem neuen Verfahren, der sogenannten „SILS-Technik“, kann die Operation sogar nur über einen einzigen Schnitt im Nabel durchgeführt werden – es bleibt tasächlich keine Narbe zurück, denn diese liegt im Nabel „versteckt“. Im Hinblick auf die Dauer der Sportpause sind die Netzverfahren vielleicht ein wenig im Vorteil. Allerdings sollte in jedem Fall nach zwei Wochen ein leichtes Training (wie lockeres Radfahren) ohne Probleme möglich sein. Nach vier bis sechs Wochen ist im Normalfall von einer uneingeschränkten Belastbarkeit auszugehen.

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