Großstadtdschungel oder Vorstadtidylle? Lippenstift oder Gartenschaufel? Knallharte Karriere oder häusliche Harmonie? Im Kampf um die Gunst der Zuschauerinnen ist den Ladies von Lipstick Jungle und Desperate Housewives jedes Mittel recht. Die Nation ist gespalten - unsere Redaktion auch!
Jungle Fever? – Von wegen!
Read My Lips. Intime Lippenbekenntnisse im Minutentakt, Gefühlsregungen in allen Nuancen des Regenbogens, ein Kleiderschrank wie der von Marie-Antoinette und gebrochene Männerherzen im Akkordtempo: In der neuen US-TV-Serie Lipstick Jungle um das bewegte (Liebes)Leben dreier New Yorkerinnen geht’s heftig zur Sache.
Mann, Make-Up und Moneten müssen unter einen möglichst stylischen Hut gebracht werden. Lobenswerterweise besitzt jede Schattierung des ach-so-undurchdringlichen Gefühlsdschungels der drei Protagonistinnen eine eigene Farbnuance. Wobei die Farbe “Schamrot“ wohl am seltensten zum Einsatz kommt. Die drei Freundinnen aus der feinen Gesellschaft – dargestellt von Brooke Shields, Kim Raver und Lindsay Price - können zwar nicht direkt von den Lippen lesen, verstehen einander aber fast ohne Worte.
Trotzdem wird viel geredet und selten gegessen. In der Millionenmetropole New York werden seit jeher solch tropische Stürme echter Emotionen prinzipiell vom richtigen Outfit, waschechten Tränen und falsche Wimpern begleitet. Soweit, so spannend. Aber hält der verheißungsvolle Titel der “offiziellen Nachfolgerin“ der Kultserie Sex and The City aus der Feder der Erfolgsautorin Candace Bushnell eigentlich, was er verspricht?
Leider, nein! Lipstick Jungle ist eine Reise ins Märchenland, der Big Apple ein Goldapferl und “Mr. Big“ nur ein Goldjunge. Denn neben der persönlichen und beruflichen Selbstdarstellung spielen in Lipstick Jungle sogar millionenschwere Verehrer nur die zweite Geige. Hier ist das Leben ein Catwalk zwischen dem Büro in der Chefetage und dem Federbett eines oder mehrerer Traumprinzen. Auf uns Fans von Carrie & Co wirkt das wie Prinzessin Lillyfee für Erwachsene. Ein bisschen Glamour ist gut, zuviel davon ungesund. Das beste Beispiel dafür sind die Hauptdarstellerinnen Kim Raver und Lindsay Price. Der Beauty-Doc hat es etwas zu gut mit ihnen gemeint ...
Da lob ich mir unsere Desperate Housewives. Die tragen wenigstens ab und zu selbst noch den Müll raus.
Lori Zontal, Redakteurin

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