Sydow

Max von Sydow

Wie bekommt man eigentlich eine Oscar-Nominierung, wenn man den ganzen Film über keinen einzigen Ton sagt? Fragen Sie doch nicht uns, sondern Max von Sydow!

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Alter Schweder? Von wegen!

  • Max von Sydow ist zwar nicht jung, Schwede ist er aber auch nicht (mehr). 1997 heiratete Max von Sydow die französische Dokumentarfilmerin Catherine Brelet und nahm 2002 die französische Staatsbürgerschaft an.

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    Sein Name ist Programm, Kulturprogramm. Max von Sydow, der 1,93 Meter große Gigant aus dem hohen Norden mit den Schnee-weißen Haaren ließ schon unsere Eltern und Großeltern vor Ehrfurcht erzittern.

    1929 im schwedischen Lund geboren, erlangte er 1957 mit Ingmar Bergmans Das siebente Siegel Weltruhm. Seither ist der Charakterdarsteller mit den kantigen Zügen aus dem Filmbiz nicht mehr wegzudenken. 1973 lieferte sich von Sydow in Der Exorzist als Priester ein Duell mit dem Teufel, 1975 brillierte er als eiskalter Killer in Die drei Tage des Condor und 1989 verzückte er als Bauer in Pelle, der Eroberer die Oscar-Jury.

    "Immer wenn irgendwo ein Bischof gebraucht wird und der Casting Director zu faul ist, nachzudenken, werde ich angerufen," kommentiert der Star lakonisch, "Wer macht uns den Bischof? Max von Sydow, natürlich!"

    François Duhamel © 2011 Warner Bros. Entertainment Inc.

    Erstaunlich eigentlich, dass der vielseitige 83-jährige 2012 erst zum zweiten Mal für den Oscar nominiert wird und noch faszinierender ist, dass er für diese Ehre nicht einmal "Piep" sagen musste. Von Sydows Mimik und Gestik sprechen also Bände. So gesehen und geschehen in Extrem laut und unglaublich nah. "Der Untermieter", den von Sydow darstellt, zieht es nämlich vor zu schweigen und bleibt den ganzen Film über stumm. "Wenn du alt wirst, bekommst du eigentlich nur mehr Hauptrollen als Großvater oder kränkelnder Patenonkel", kommentiert von Sydow, "Die sind meistens nicht gesund und sterben laut Drehbuch schon auf Seite 31. Nicht sehr interessant."

    Zitat: "Eigentlich will ich gar nicht mehr arbeiten. Manchmal werde ich dazu einfach verführt. Wenn mich beispielsweise Martin Scorsese braucht, sage ich sicher nicht 'Nein'!"
    Schauspiel-Legende und Oscar Kandidat Max von Sydow.

    Ganz anders verhielt es sich aber, als der britische Regisseur Stephen Daldry von Sydow die Rolle des "Untermieters". Ein schräger, älteren Europäers mit einem Geheimnis, das sprachlos macht. "Dieses Drehbuch hat mich tief bewegt", gestand von Sydow. Auf unnachahmliche Weise und mit der nötigen Würde vereint von Sydow Trauer mit feinfühliger Komik. Herausgefordert von einem altklugen 11-Jährigen muss sich der Eremit in Extrem laut und unglaublich nah seinem Schmerz zu stellen. Wie von Sydows Darstellung bei der Oscar-Jury ankommt, zeigt die dessen Nominierung als Bester Nebendarsteller.

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