Der Januar ist der schönste Monat des Jahres. Der Weihnachtsstress ist vorbei, das neue Jahr mit guten Vorsätzen gepflastert - und Freunde von leichter TV-Unterhaltung kommen endlich wieder auf ihre Kosten, wenn sich ein Haufen mehr oder minder bemittelter Promis zweifelhaften Rufes zwei Wochen lang im TV-Dschungel „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" selbst inszeniert.
Hat man vor Beginn der neuen Staffel noch an der Auswahl mancher Kandidaten gezweifelt und sich gefragt, welche Nicht-Promis da in den australischen Dschungel gekarrt werden, zeigt sich schon am ersten Tag, dass RTL die beliebte TV-Milieustudie nicht so unbedarft besetzt hat: Die Gruppendynamik zwischen mittelklassigem Soap-Sternchen (Claudelle Deckert), leicht bekleidetem TV-Luder (Georgina Fleur), gescheiterter Topmodel-Praktikantin (Fiona Erdmann), unbekannten F-Promi-Verwandten (Allegra Curtis, Iris Klein), schrägem Paradiesvogerl (Olivia Jones), untalentierten Möchtegernsängern (Joey Heindle, Silva Gonzales, Patrick Nuo), verurteiltem Kult-Verbrecher (Arno Funke) und alkoholkranker TV-Legende (Helmut Berger) kann sich durchaus spannend entwickeln.
Doch die selbst ernannte Camp-Mutti ist nicht nur sympathisch, sie ist auch patent und vor allem liebevoll: Während andere Witze über den Zustand von TV-Fossil Helmut Berger reißen, greift Jones ihm unter die Arme, hilft ihm aus der Hose und bringt den 69-Jährigen aufs Dschungel-Klo, weil er direkt nach der Ankunft im Camp aus praktischen Gründen schon mal zwischen die Hängematten uriniert hatte. Dass die schräge Drag-Queen und der marode Schauspieler das Potential haben, dicke Freunde zu werden, ist keine Frage mehr, sondern beschlossene Sache. Anders hingegen sieht das schrille Mannsweib das Zusammenspiel mit dem Jüngsten in der Runde, dem intellektuellen Mängelexemplar Joey Heindle. "Ich hoffe ja nicht, dass der nachts in meinen Schlafsack gekrochen kommt und gestillt werden will!" Doch auch wenn man Heindle gerne einen Duden an den Kopf werfen würde, sein hilfloses Gebrabbel sorgt auch für Situationskomik. So wie beim Marsch in das Camp, als sich die Kandidaten über eine Hängebrücke hangeln sollen und er sich anbietet, als Erster zu gehen. "Ich hab ja mein ganzes Leben noch vor mir. Und ihr nicht!"
In die zweite Dschungelprüfung wurde übrigens das "Bachelor"-Luder Georgina Fleur gewählt, knapp gefolgt von "Hot Banditoz"-Barde Silva Gonzales. Mal wieder der Beweis dafür, dass zickige Selbstdarsteller vom Publikum am liebsten gequält werden. Apropos: Natürlich hat RTL klug besetzt und gekonnt dafür gesorgt, dass auch Zickenkrieg vom ersten Tag an mit in das Camp zieht. Georgina hat hier das größte Potential: Nicht nur, dass sie direkt über Fiona Erdmann lästert, sie legt sich auch mit dem Selbstdarsteller Silva Gonzales an und brabbelt zusammenhanglos, dass er sie einst irgendwo angegraben hätte und nun links liegen lassen würde. Gonzales indes tut gleich alles dafür, dass man ihn unsympathisch findet: Er singt, er meckert, er flucht - und das am liebsten mit selbstverliebtem Blick in die Kamera. Er möchte sich im Dschungel verlieben, sagte der Spargeltarzan vor seinem Einzug und hat sich direkt ein Objekt der Begierde ausgesucht: „Unter uns"-Antagonistin Claudelle Deckert, die ihrerseits vorab verkündete, dass sie eine Granate im Bett sei und beim Anflug auf den australischen Busch gut hörbar tönte: "Hätte ich doch gestern Abend noch mal Selbstbefriedigung gemacht!"
Gewinner des Tages: Camp-Mutti und Multifunktions-Transe Olivia Jones
Verlierer des Tages: Selbstdarsteller und Möchtegern-Tarzan Silva Gonzales
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