Kommen wir zuerst zur schlechten Nachricht: Helmut Berger, vom „Spiegel" liebevoll bezeichnet als „schönste Ruine des europäischen Kunstkinos", muss bereits am zweiten Tag das Camp verlassen. Die nahende Hitzeperiode sei zu viel für den angeschlagenen 69-Jährigen, daher bittet Dr. Bob ihn inständig darum, er möge freiwillig das Projekt abbrechen. Was für den Zuschauer ein wenig überraschend passiert, riecht verdächtig nach gelungenem PR-Coup: Die ausführlichen medizinischen Check-ups vor der Show sichern RTL und die Kandidaten eigentlich ab und gewährleisten, dass die Dschungelkönig-Anwärter es physisch und psychisch bis zum Ende des TV-Happenings schaffen.

Vermutlich ist es aber besser für Helmut Berger, dass er dem Dschungel den Rücken zugekehrt hat. Immerhin hat man Dauer-Mitleid mit ihm, wenn er mal wieder von seinen Camp-Insassen gestützt wird oder im Wachkoma in seiner Hängematte vor sich hin vegetiert. Dazu kommt, dass er nicht nur gebrechlich ist, sondern auch wirkt, als käme er von einem anderen Stern, wenn er von seinen Erwartungen über seinen Aufenthalt in Australien spricht. "Ich hab gedacht, das ist am Meer!", meint er. „So ein bisschen Abenteuer und ich komme braungebrannt zurück". Auch über die Dschungel-Prüfungen scheint man den traumtänzerischen TV-Rentner nicht auf dem Laufenden gehalten zu haben. „Ich war schockiert! Das muss ein ganz kranker Mensch sein, dem das einfällt, das zu schreiben. Wenn du das auf der Leinwand zeigst, da müsste ein Jugendverbot sein!"
Apropos Dschungelprüfung: Zu dieser muss am zweiten Tag die luder-eske Georgina Fleur antreten. Es gilt, in ein Abwassersystem zu steigen und aus sechs Röhren, die mit Spinnen, Schlangen, Kakerlaken und Ratten gefüllt sind, elf Sterne zu holen. Bevor sie antritt, heult sie schon Rotz und Wasser, wodurch von Anfang an ihr Versagen klar ist. Sie kreischt, jammert, flennt - und bricht ab, weil sie sich ja so vor Ratten und dem brackigen Wasser ekelt. Mal ehrlich: Fleur gab sich 2012 in der Partnervermittlungs-Show „Der Bachelor" mit willigen und billigen TV-Ludern und einem notgeilen Möchtegern-Schönling ab - und ekelt sich jetzt vor Ratten? Egal, es gibt keinen Stern und somit kein Abendessen für die National-Elf, was vor allem Fiona Erdmann entgegen kommt: Es gibt ihr Lieblingsessen. Nix.
Ansonsten fehlt es Tag 2 im Dschungel an großen Momenten. Einzig, als Arno Funke von seiner Vergangenheit erzählt, kommt Stimmung auf: Er gibt wortreich zum Besten, wie er einst aufgrund eingeatmeter Lackdämpfe so depressiv wurde, dass er sich nur zu einem Erpresser entwickeln konnte. Olivia Jones bringt es gekonnt auf den Punkt: "Der hat 500.000 gemacht. Und sitzt nicht im Knast, sondern im Dschungelcamp. Eigentlich ist das eine richtige Karriere!"
Ach ja: Ist Patrick Nuo eigentlich noch im Camp?
Gewinner des Tages: Iris Klein und ihre treffenden Kommentare über Fiona Erdmann.
Verlierer des Tages: Georgina und ihr neuer Dschungel-Hit: „Kein Stern, der meinen Namen trägt ..."
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