kein Star holt mich

Ich bin kein Star – holt mich hier raus!

DIE DSCHUNGEL-KOLUMNE (Tag 2): Das TV-Camp verwandelt sich am zweiten Tag in ein Krankenlager. Dr. Bob schickt den angeschlagenen Helmut Berger nach Hause, Fiona Erdmann kotzt kamerawirksam, Claudelle Deckert hat „Rücken“, Allegra Curtis „Kreislauf“ – und Joey Heindle Angst, dass RTL sich einen Dreck darum schert, wie es ihm „mentalisch“ geht.

Kommen wir zuerst zur schlechten Nachricht: Helmut Berger, vom „Spiegel" liebevoll bezeichnet als „schönste Ruine des europäischen Kunstkinos", muss bereits am zweiten Tag das Camp verlassen. Die nahende Hitzeperiode sei zu viel für den angeschlagenen 69-Jährigen, daher bittet Dr. Bob ihn inständig darum, er möge freiwillig das Projekt abbrechen. Was für den Zuschauer ein wenig überraschend passiert, riecht verdächtig nach gelungenem PR-Coup: Die ausführlichen medizinischen Check-ups vor der Show sichern RTL und die Kandidaten eigentlich ab und gewährleisten, dass die Dschungelkönig-Anwärter es physisch und psychisch bis zum Ende des TV-Happenings schaffen.

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Helmut Berger: ‎"Ich hab gedacht, das ist am Meer!"

RTL wäre aber nicht RTL, wenn es nicht einen (inszenierten) Plan B gäbe, in diesem Fall offenbar ein Geheimdepot mit Ersatz-Z-Promis, die im berühmten „Hotel Versace" nur darauf warten, ihr Comeback im TV-Dschungel zu feiern. So wird der Nachfolger von Helmut Berger in den letzten drei Sendeminuten dramaturgisch mangelhaft eingeführt: der prollige Schlagerbarde Klaus Baumgart, der dicke Part des Gesangsduos „Klaus & Klaus", der natürlich seinen bekanntesten Hit „An der Nordseeküste" intoniert, als er in den Dschungel einzieht und somit den Österreicher ersetzt.

RTL Vermutlich ist es aber besser für Helmut Berger, dass er dem Dschungel den Rücken zugekehrt hat. Immerhin hat man Dauer-Mitleid mit ihm, wenn er mal wieder von seinen Camp-Insassen gestützt wird oder im Wachkoma in seiner Hängematte vor sich hin vegetiert. Dazu kommt, dass er nicht nur gebrechlich ist, sondern auch wirkt, als käme er von einem anderen Stern, wenn er von seinen Erwartungen über seinen Aufenthalt in Australien spricht. ‎"Ich hab gedacht, das ist am Meer!", meint er. „So ein bisschen Abenteuer und ich komme braungebrannt zurück". Auch über die Dschungel-Prüfungen scheint man den traumtänzerischen TV-Rentner nicht auf dem Laufenden gehalten zu haben. „Ich war schockiert! Das muss ein ganz kranker Mensch sein, dem das einfällt, das zu schreiben. Wenn du das auf der Leinwand zeigst, da müsste ein Jugendverbot sein!"

RTL Apropos Dschungelprüfung: Zu dieser muss am zweiten Tag die luder-eske Georgina Fleur antreten. Es gilt, in ein Abwassersystem zu steigen und aus sechs Röhren, die mit Spinnen, Schlangen, Kakerlaken und Ratten gefüllt sind, elf Sterne zu holen. Bevor sie antritt, heult sie schon Rotz und Wasser, wodurch von Anfang an ihr Versagen klar ist. Sie kreischt, jammert, flennt - und bricht ab, weil sie sich ja so vor Ratten und dem brackigen Wasser ekelt. Mal ehrlich: Fleur gab sich 2012 in der Partnervermittlungs-Show „Der Bachelor" mit willigen und billigen TV-Ludern und einem notgeilen Möchtegern-Schönling ab - und ekelt sich jetzt vor Ratten? Egal, es gibt keinen Stern und somit kein Abendessen für die National-Elf, was vor allem Fiona Erdmann entgegen kommt: Es gibt ihr Lieblingsessen. Nix.

Iris Klein: "Wäre das meine Tochter, hätte ich die schon erschossen!"

Generell hat sich die Stimmung im australischen Dschungel radikal gewandelt: Wo am ersten Tag noch in Ballermann-Laune große Töne gespuckt wurden, spuckt am zweiten Tag nur noch Fiona kamerawirksam ins Dschungel-Klo. „Ich muss mir mal den Finger in den Hals stecken", verkündet sie für alle gut hörbar und lässt ihren Worten Erbrochenes folgen. Katzenberger-Mama Iris Klein entpuppt sich als Dalai Dschungel und kommentiert trocken: „Das macht die doch jeden Tag. Guckt sie euch doch an, die hat eine Figur wie ein Fahrrad!" Doch sie macht sich auch Sorgen um ihre bulimisch agierende Modelkandidatin: „Wenn wir alle fünf bis zehn Kilo abnehmen, ist Fiona gar nimmer da. Nur noch die Fußnägel!" Alles klar, Iris Klein steigt in der Achtung der Zuschauer mit ihren treffenden Sprüchen, denen man tatsächlich Respekt zollen muss: "Wäre das meine Tochter, hätte ich die schon erschossen!", so die dralle Brünette, ihres Zeichens Mutter von der Kult-Blondine Daniela Katzenberger.

Joey Heindle: „Schauen die wirklich, wie es uns so geht mentalisch?"

Doch es ist nicht nur Erdmann, die sich mit ihren Wehwehchen in Szene setzt: Plötzlich heißt es auch, die Zuschauer dürfen Claudelle Deckert und Allegra Curtis nicht in die Dschungelprüfung wählen. Erklärung gibt es natürlich keine dafür, nur nebenbei heißt es, Claudelle habe „Rücken" und Allegra „Kreislauf". DSDS-Dümmling Joey Heindle indes macht sich Sorgen sich, ob er den Dschungel überleben wird. „Schauen die wirklich, wie es uns so geht mentalisch?" fragt er und betont: ‎"Ich habe eine schwache Schilddrüse", wobei man als Zuschauer natürlich Zweifel daran hat, dass er überhaupt weiß, wo seine Schilddrüse ist. Wie gut, dass er sich rechtfertigt: „Das hört sich jetzt blöd an bei mir: Aber ich bin auch nur ein Mensch."

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Ansonsten fehlt es Tag 2 im Dschungel an großen Momenten. Einzig, als Arno Funke von seiner Vergangenheit erzählt, kommt Stimmung auf: Er gibt wortreich zum Besten, wie er einst aufgrund eingeatmeter Lackdämpfe so depressiv wurde, dass er sich nur zu einem Erpresser entwickeln konnte. ‎Olivia Jones bringt es gekonnt auf den Punkt: "Der hat 500.000 gemacht. Und sitzt nicht im Knast, sondern im Dschungelcamp. Eigentlich ist das eine richtige Karriere!"
Ach ja: Ist Patrick Nuo eigentlich noch im Camp?

 

Gewinner des Tages: Iris Klein und ihre treffenden Kommentare über Fiona Erdmann.
Verlierer des Tages: Georgina und ihr neuer Dschungel-Hit: „Kein Stern, der meinen Namen trägt ..."

 

Alle Infos zu „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de.

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