Ich bin kein Star – holt mich hier raus!

DIE DSCHUNGEL-KOLUMNE (Tag 9): Am neunten Tag im australischen Strafgefangenenlager für Verbrecher der Unterhaltungsindustrie zeigen nicht nur die Kandidaten Ermüdungserscheinungen – auch der Zuschauer ist kurz davor, den Dschungel zu verlassen. Die Sendung dümpelt so seicht vor sich hin, dass selbst das lanzweilige „Wetten, dass ..?“ wie ein Thriller dagegen wirkt. Was bleibt, sind die üblichen Deppen, Derbheiten und Denkfehler.

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    Noch nie war Durchhaltevermögen so wichtig wie am neunten Tag im australischen Busch. Gähnmanipuliert muss sich der Zuschauer fragen: Wo geht's denn hier zum Spaß? Denn statt Action gibt's Agonie und zehn schlapp agierende F-Promis, die nicht nur einander, sondern vor allem uns langweilen und das TV-Publikum dazu bringt, den Baumgart'schen Bewegungsapparat nachzuahmen und ins Wachkoma zu fallen. Die Quoten steigen zwar, doch das Interesse singt: „Ich bin kein Star - ich schalt jetzt aus!"

    RTL / Stefan Menne

    Fassen wir zusammen: Feuer im Arsch hat keiner der Kandidaten mehr. Lediglich die Energie, über selbiges zu streiten. Im Ring der Nebelungen: Fiona Erdmann und Georgina Fleur. Die immer patenter wirkende Fiona kümmert sich um das ausgehende Feuer, doch dann: Auftritt Hexe Georgina. Deren Pritsche steht nämlich nah am brennenden Bermudadreieck, und klar: Das stinkt voll! Das raucht voll! Das brennt voll! „Egal welche Leute im Dschungel leben, die werden bestimmt nicht zehntausend Stämme Holz darauf legen", packt sie ihr Jägerlatein aus. Doch jetzt ist auch Arno Funke aus seiner Leichenstarre erwacht: „Es glüht nicht den ganzen Tag. Es kommt Holz drauf, es brennt durch, es brennt runter und dann glüht es. Aber du musst Holz darauf packen, damit du Glut bekommst", kommentiert er scharf und jammert später via Dschungeltelefon: "Das hält kein Mann aus!" Der Zuschauer übrigens auch nicht.

    RTL / Stefan Menne

    Joey Heindle: "Wegen sowas hab ich sieben Schweine gefickt!"

    Wenigstens die Schatzsuche punktet mit dem ein oder anderen Highlight. Unter dem Titel „Schweine schrubben" dürfen Joey Heindle und Iris Klein zum Schlammcatchen antreten, den Brainpart übernimmt - eh klar! - Joey. Es gilt, sieben kleine Schweinchen, die von oben bis unten mit Schlamm eingesaut sind, zu waschen, um an die Kombination für das Zahlenschloss zu kommen. Beherzt machen sich beide an die Sache, wo vor allem Joey mit seinem zoologischen Wissen glänzt. „Ich kann das fangen, das Huhn!", ruft er und greift sich das erste Ferkel. „Das Schwein hat sich angehört wie'n Pferd!", jammert er dann weiter. Egal, irgendwann ist die Aufgabe geschafft, nur Joey wird von seinem schlechten Gewissen gequält. Was hat er den armen Schweinchen nur angetan! Ruft Amnesty International! Kurzerhand entschuldigt er sich bei jedem einzelnen Ferkel: „Es tut mir voll leid. Nehmt mir das echt nicht böse!" Bei der Rückkehr ins Camp verwandelt sich sein Mitleid jedoch in Wut, denn als Belohnung gibt es eine Gewürzmischung, mit der er so gar nichts anfangen kann. „Was soll das, eine Kräutermischung? Da kann ich ja auch hier Blätter sammeln. Wegen sowas hab ich sieben Schweine gefickt!", poltert er drauf los. Und hat eine dunkle Vorahnung, was das Abendessen angeht: "Wenn wir heute Abend Schwein kriegen, dann kack ich denen auf die Kamera."

    RTL / Stefan Menne

    Allegra Curtis: "Ich bin hierhergekommen, als die Tochter von zwei Stars und die Zuschauer wollen darüber Bescheid wissen!"

    Der RTL'sche Spannungsbogen braucht nach so viel Situationskomik nun ein bisschen Drama. Schwenk auf Berufstochter Allegra Dingens, die Arno ihr Herz ausschüttet. „Es ist alles viel härter, als ich gedacht habe. Vor allem die langen Tage und die Reibungen mit den anderen. Und dann die Angst vor den Prüfungen. Ich habe zwar abgenommen, aber ich hätte ein paar Monate früher trainieren müssen", eröffnet sie ihren verbalen Schmachtfetzen - natürlich mit der üblichen Taktik, via Namedropping von ihrem einfältigen Mienenspiel abzulenken. „Ich hätte auch ganz viele Geschichten zu erzählen, aber ich habe das Gefühl, hier interessiert es keinen ... Alle Geschichten, die ich zu erzählen habe, sind sehr over the top." Auftritt Arno, dem man ansieht, dass er jetzt auch gerne eine Portion Botox hätte, damit niemand ihm ansieht, wie seine Gesichtszüge gelangweilt entgleisen. Er nickt, das muss reichen. Und Allegra legt einen drauf: „Ich bin hierhergekommen, als die Tochter von zwei Stars und die Zuschauer wollen darüber Bescheid wissen. Sie fragen mich, wem kennst du alles und dann mache ich die Liste: Frank Sinatra, Sammy Davis Jr.! Diese Erfahrungen hat kei ..." Sorry, aber jetzt sind wir eingeschlafen.

    RTL / Stefan Menne

    Munter werden wir zur Dschungelprüfung, zu der erstmals Claudelle Deckert antritt und bei der alle Kandidaten bis auf den angeschlagenen Koma-Klaus zuschauen dürfen. Im „Vorzimmer zur Hölle" 
muss Deckert in einem ganz speziellen Dschungelbüro sechs Aufgaben lösen. Sparen wir uns aber den langatmigen Aufsatz über das schönste Prüfungserlebnis und die ständig auftretenden Statisten Ameisen, Krokodile, Schlangen, Ratten und brackiges Wasser mit Fischabfällen und toten Insekten. Tatsache ist, dass Claudelle beherzt an jede Aufgabe geht und ohne georginanisches Drama die Prüfung gekonnt absolviert. Acht Sterne hat sie sehr tapfer erkämpft. Damit hat sie einige Sympathien gewonnen und wird künftig vielleicht nicht mehr nur als "Playboy"-Luder auf ihren Körper reduziert werden. Die nächsten Tage im Dschungel sind ihr sicher - sofern sie nicht wie wir an Belanglosigkeit verreckt.

     

    Apropos verrecken: Koma-Klaus hat das Camp verlassen. Das kommt weder überraschend, noch interessiert es jemanden. Wie der gesamte Abend. TA!

     

    Gewinner des Tages: Joey, der noch immer glaubt, dass er in einem Fernsehstudio ist: „Es sollte mal jemand die Klimaanlage anmachen!"
    Verlierer des Tages: Heulsuse Allegra. Bitte rauswählen!

     

    Alle Infos zu „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de.

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