Es war einmal eine berufstätige Mutter von drei kleinen Kindern, die sich nach einem Kaiserschnitt geschworen hat, nur in medizinischen Notfällen wieder einen OP-Saal zu betreten. Dieser gesunde Vorsatz gerät allerdings schwer ins Wanken als sie am ersten Schultag ihres ABC-Schützen im Klassenzimmer ihr begegnet: Der Model-Mom.
Eigentlich ungerecht: Manche Frauen sehen bereits um 8:00 morgens so aus als hätte sie um 6:00 mit ihren Visagisten gefrühstückt, um 7:00 mit ihrem Coiffeur die heutige Frisur besprochen und ist anschließend mit ihrem Stylisten die heutige Garderobe durchgegangen. Genau so eine Frau ist Model-Mom. Als die ABC-Schützen um 8:15 zum ersten Mal ihr Klassenzimmer stürmen, macht sie gerade bei der Volksschullehrerin so etwas wie einen "Vorstellungs-Knicks". Auch ansonsten ist sie makellos schön. Wie vom Cover der September-Vogue ausgeschnitten. Der Schönheitschirurg, der bei ihr ganze Arbeit geleistet hat, muss zuvor in den Diensten von Catherine Deneuve gestanden sein.
Natürlich bin ich wirklich enttäuscht, als ich beim Elternabend aus der hinteren Reihe mit direktem Blick auf Model-Moms (typisch: sie sitzt in der ERSTEN Reihe wie bei den Pariser Modeschauen) Hinterkopf zwei graue Haare entdecke. Eben noch habe ich sie für alterslos gehalten. Nimmt sie diesen "Termin" Beauty technisch-nicht ernst? Betreten muss ich erkennen, dass Model-Mom nicht die einzige im Raum ist, die sich im Namen der Schönheit unters Messer gelegt hat. Auch andere anwesende Mütter sind beim Schnippel-Doc gewesen. Allerdings leider nicht mit dem selben Erfolg wie bei Model-Mom.
Während ich am nächsten Tag noch über den Sinn und Unsinn von Beauty-OPs nachdenke und mich frage, mit welchem Kuchen uns Model-Mom wohl beim Erntedankfest in der Schule überraschen wird, sehe ich sie schon wieder. Im Fernsehen bei einer Museumseröffnung. Diesmal sitzt die Frisur wieder. Gottseidank!







