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Schnelles Sperma

02.11.2010 | 16:00 | Michael Ginthör (TypischIch)

Prim. Univ. Doz. Dr. Martin Imhof über das, was der Spermienqualität schaden kann – und was ganz sicher nicht.

Fakten: Aufpassen bei ...

Nikotin. Durchs Rauchen werden Anzahl und Funktionsfähigkeit der Spermien vermindert. „Das Rauchen aufzugeben, kann die Chance ein Kind zu zeugen, um 30 Prozent erhöhen."

Alkohol. Ab 40 Gramm Alkohol pro Tag (etwa 1 l Bier oder 0,5 Liter Wein) zeigen sich negative Folgen fürs Sperma.

Extremsport. Regelmäßige Bewegung ist zwar gut, extremes Ausdauertraining führt jedoch zu einer Verminderung der Spermienproduktion und zu niedrigeren Testosteronwerten.

Bodybuilding. Durch die Einnahme anaboler Steroide zum Muskelaufbau stellt der Körper mitunter die Spermaproduktion komplett ein. Setzt man die Steroide ab, nimmt der Körper die Produktion wieder auf.

Stress und Schichtdienst. Ein wechselnder Wach-Schlaf-Rhythmus und Stress bringen den Hormonhaushalt durcheinander.

 

Mythen: Keine Angst vor ...

Rennrädern. Eine Studie der Uniklinik Köln ergab: Die Spermienqualität von Rennradlern war nicht schlechter als die von anderen Sporttreibenden.

Laptops. Eine New Yorker Studie behauptet zwar, dass das Arbeiten am Laptop die Spermaqualität beeinträchtigt. Allerdings ließ man die Probanden eine Stunde lang mit geschlossenen Beinen und dem heißen Laptop auf dem Schoß arbeiten. „Wer den Laptop auf den Tisch stellt oder zwischendurch aufsteht, setzt die Hoden keiner starken Wärme aus."

Handys. Die Auswirkungen von Handystrahlen auf die Spermaqualität sind noch nicht genügend erforscht. Bisherige Arbeiten lieferten noch keine stichhaltigen Beweise. „Ein Handy in der Tasche dürfte aber weniger schaden als ein halbes Packerl Zigaretten am Tag."

Kaffee. Studien zeigen: Kaffeegenuss erhöht eher die Beweglichkeit der Spermien als sie zu mindern.

Autofahren. Wer morgens und abends eine halbe Stunde im Auto sitzt, muss nichts fürchten. Nur wer täglich viele Stunden im Auto sitzt und die Sitzheizung laufen lässt (Taxifahrer u. a.), muss mit einer Minderung der Spermaqualität rechnen. Grund: eine dauerhaft erhöhte Hodentemperatur.

Sauna. Auch hier besteht Sorge wegen der eventuell erhöhten Hodentemperatur. Ein, zweimal Sauna in der Woche oder ab und zu ein heißes Wannenbad sind jedoch unbedenklich.

Bürosessel. Das Märchen vom spermatötenden Bürosessel geistert regelmäßig durchs Web. Verifizieren ließ sich diese Vermutung bisher nicht. Für Vorsichtige: regelmäßig die Sitzhaltung ändern und zwischendurch aufstehen.

Soja. Entgegen verschiedener Gerüchte gibt es bisher keine medizinischen Beweise für die Beeinträchtigung der Spermien durch Sojaprodukte.

Unterhosen. Eine Studie der New Yorker State University räumt mit dem Vorurteil, dass enge Unterhosen die Samenqualität vermindern, endgültig auf. „Keines der gängigen Unterhosenmodelle sorgte für eine Verminderung der Spermaqualität."

 


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