Lieber

Lieber nie als bi?!

Lilly Ann über: Warum Männer Angst vor Männern haben, aber wollen, dass sich Frauen mit Frauen vergnügen.

Frau muss sexuell nicht erfahren sein, um zu erkennen, mit was sie beim männlichen Geschlecht richtig punkten kann: mit einer anderen Frau. Zwei möglich unbekleidete Frauenkörper, leidenschaftliche Berührungen und feuchte Küsse reichen aus, um das Gehirn der Männer in die Hose rutschen zu lassen. Ja, Lesben sind schon was Feines - kaum ein Mann sehnt sich nicht nach einem Dreier mit zwei Frauen.

 

Laut einer Umfrage des Dating-Portals flirtfair.de wünschen sich das fast zwei Drittel der befragen Herren. Dass sie es dann auch beiden besorgen können, ist allerdings zu bezweifeln . . . Frauen finden diese Vorstellung - vielleicht gerade wegen der „Besorgungsfrage" - laut der Studie weniger erregend. Nur ein Drittel kann sich für einen Dreier Mann-Frau-Frau (MFF) erwärmen.

 

Warum aber träumen so viele Männer davon? Warum sind für so viele Bi-Frauen immer geil, Bi-Männer allerdings abtörnend? Das liegt zum einen am historischen „Haremswunsch" des männlichen Geschlechts. Was früher normal war, ist heute tabu. So schnell bzw. so leicht hat man leider nicht mehr die Möglichkeit, mehrere Frauen gleichzeitig zu verwöhnen oder noch besser: von ihnen verwöhnt zu werden.

 

Zum anderen liegt der Reiz eines MFF-Dreiers für Männer auch in der, zwei Frauen haben zu können. Mehr an Macht kann man(n) wohl kaum bekommen. Und Macht ist wichtig - vor allem für Männer . Sie sehen sich, wie unzählige Studien ergeben haben, regelrecht nach Bestätigung. Michael Kaufman, Koryphäe der internationalen Männerforschung, beschreibt das so: "Männer sind sich ihrer Männlichkeit permanent unsicher, sie müssen sie immer wieder unter Beweis stellen."

 

Beispiel gefällig? Der Sex mit einem meiner Verflossenen war genau so wie ich es mag. Wild, leidenschaftlich, versaut, aber immer mit der Möglichkeit das Geschehen zu lenken - die Zügel der Erotik in der Hand zu halten. Zumindest bis zu der Nacht, in der er mich bat, ihn so richtig durchzuficken, die Rollen das eine Mal zu tauschen.

 

So spannend ich die Vorstellung einmal die Fickende zu sein fand, so neu es auch war einen Schwanz (wenn auch nur als Strap-on-Dildo) an meinem Körper zu spüren und so wenig Kontrolle hatte ich schlussendlich über die Situation, denn das Experiment hinterließ Spuren. Die positiven Spuren, nämlich sein „Kommen", waren sogleich ersichtlich und bestätigten mich in meinem Tun. Die negativen Folgen gesellten sich erst am nächsten Tag dazu: Er hat nie mehr wieder ein Wort über diese Nacht verloren.

 

Der Gefickte zu sein, scheint für viele Männer wohl nicht so geil zu sein wie für Frauen. Die Angst eine homosexuelle Neigung entdeckt zu haben, die Vorstellung Schritt für Schritt aufs andere Ufer zuzugehen, erscheint nicht annähernd so prickelnd wie im Lesben-Ufer zu fischen. Und dabei könnte man die Angelegenheit doch ganz rational betrachten: Mit wem man schläft, sollte nur hinterfragt werden, wenn es nicht für einen Orgasmus gereicht hat. Wie oft bei einem MFF-Dreier für eine von uns Frauen.

 

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