Ein Kampf gegen den Magerwahn

Wir können ihnen kaum entkommen: Überall erblicken wir dürre Überschönheiten, die unser Unterbewusstsein als Ideal abspeichert. Ein Ex-Magermodel setzt sich für gesundere Körperbilder ein - kein leichter Kampf.

Info

Nachtrag

  • Anfang Juli empörten sich Modeblogs darüber, dass Renn in ihrem jüngstem Shooting abgemagert aussähe - man witterte Verrat an der guten Sache. In der US-Glamour nahm sie Mitte Juli Stellung: Die Fotos sähen ziemlich retuschiert aus. styleite.com/media/crystal-renn-photoshop beweist: Renn hat recht.

Das rennt schon. Reden wir von Bildern, die uns bei der Wahrnehmung unseres eigenen Körpers durcheinanderbringen, beamen sich vor unser inneres Auge sofort Models und Stars. Fällt ja auch schwer, sich der Berichterstattung um Mode und Schönheit, um Busen-OPs oder Gewichtsschwankungen bei Celebs oder Zickenkriegen unter Models zu entziehen, selbst seriöse Tageszeitungen räumen derlei mittlerweile (mehr) Platz ein. Von Werbung mit Überschönheiten ganz zu schweigen. Vielleicht ist es das Bombardement mit solchen Bildern, das Menschen glauben lässt, auf der gut besuchten Website „Hot or Not" anonym Bilder von sich einstellen zu müssen - und sich von fremden Menschen beurteilen zu lassen. Der Hot-o-Meter hatte wenige Wochen nach dem Start schon zwei Millionen Klicks pro Tag, 2008 wurde die Site für kolportierte 20 US-Dollar verkauft.

Dünn ist tot. Eine, die sich dem (Windmühlen)Kampf gegen die einseitigen Bilder verschrieben hat, ist Crystal Renn. Die kurvige Britin gilt als „Plus Size"-Model - sie trägt die laufsteguntypische Größe 40 -, war mal ein Mager(sucht)model und legte nach einem gesundheitlichen Zusammenbruch im vergangenen Jahr mit ihrem Buch "Hungry" eine Abrechnung mit der Branche vor. "Dünner als heute geht nicht mehr. Dünn ist tot", glaubt sie. Und weiß auch: Solange sich wir Frauen nicht aufregen über Hungermodels, werden Designer nichts ändern. Ein Anfang, hofft Renn, war eine besondere Ausgabe des US-Modemagazins V Magazine: Die Januarausgabe dieses Jahres feierte die mollige Frau - und Crystal Renn war in einer besonderen Modestrecke zu sehen, aufgenommen von Starfotograf Terry Richardson: "One Size Fits All" titelte das Magazin und zeigte Renn gemeinsam mit der dürren Jacquelyn Jablonski. Beide tragen die gleichen Designerstücke, um zu beweisen, dass Versace, Dolce & Gabbana & Co nicht nur in Größe 32 gut aussehen. Unter models.com/v-magazine/v-size-1.htm können Sie sich den Vergleich anschauen - und nebenbei prüfen, inwieweit Sie selbst schon Magermodel-Bilder als Ideal verinnerlicht haben. Ganz ehrlich: Finden Sie die Renns Oberschenkel auf Bild 1 zu dick? Oder wirkt für Sie die Mode an Jablonski weniger sinnlich als bei der kurvigen Renn?

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1 Kommentare
Gast: drdrdr789
02.08.2010 14:05

An die Redaktion

Zuerst ein Kompliment für den Bericht.
Ich bin selbst sehr versessen auf mein Gewicht und hab lange Zeit an dem Türchen "Magersucht" geklopft und um Einlass gebeten.
Ich hoffe, solche Beiträge schaffen wieder mehr Bewusstsein für den Körper, wie ihn die Natur geschaffen hat.

ABER:
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